Verschollen

Zumindest fast. Heute zog es mich nach dem letzten Arbeitstag dieses Jahres spontan ins Bergische Land. Letztlich bin ich auf Verdacht gefahren. Der Wetterbericht ließ hoffen, dass zum anstehenden Sonnenuntergang eine kleine Lücke in der Wolkendecke aufgeht. Also rein ins Auto und ab zur Dhünntalsperre. Die erste Schwierigkeit bestand darin, einen geeigneten Platz fürs Auto zu finden. Danach stellte sich heraus, dass bei Maps zwar Waldwege eingezeichnet, effektiv aber nicht vorhanden waren.

Um die Sache wortwörtlich abzukürzen, entschied ich mich kurzerhand, mich ein wenig durch das Geäst zu schlagen. Der See war schließlich schon in Sichtweite. Unweit des Ufers war auch wieder eine kleine Straße angelegt, über die ich dann zu einem der Dämme der Sperre gelangen konnte. Als ich die dann langsam sehen konnte, erblickte ich etwas, was ich nicht erblicken wollte. Ein verschlossenes Tor. Trotzdem neugierig, lief ich noch bis dorthin vor. Bei näherer Betrachtung fiel mir dann auf dass das angebrachte Schild nur von der anderen Seite aus gelesen werden konnte. Ich wurde das Gefühl nicht los, bereits auf der Seite zu stehen, auf der ich gar nicht stehen sollte.^^

Nun, nachdem ich dieses Hindernis überwand, wurde ich in meiner Vermutung auch bestätigt. Und konnte mich jetzt auf der „legalen“ Seite in Ruhe austoben. Während ich meine Aufnahmen machte, staunte ich, wie sehr sich die Szene innerhalb kurzer Zeiten veränderte. Nach vielleicht einer halben Stunde hatte ich genug und machte mich auf den Weg zurück. Und es hätte keine Minute später sein dürfen. Ich Trottel vergaß nämlich meine Taschenlampe und es wurde nun sehr schnell sehr dunkel. Sich durch unbefestigtes Terrain zu bewegen, ist dann schon ein kleines Abenteuer.

Bald war ich aber wieder in der Nähe des Weges, von dem aus es losging und lief dabei noch einer verwunderten Reitschulgruppe in die Arme. Die wussten jedoch, wo es zurück in die Zivilisation geht und ich hängte mich direkt dran und machte mich alsbald auf den Heimweg.

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