Leipziger Fotomarathon II – Mit Jolina durchs Shopping-Chaos

„Vielleicht kennst du ja den Moment wo du Bilder siehst und plötzlich so einen Tatendrang verspürst? Ich musste dich einfach anschreiben, auch wenn ich in so was wirklich schlecht bin.“ – Jolina hatte sich verliebt. In meine Bilder natürlich. In mich selbst verliebt sich so schnell Keine.^^
Zuerst schrieb sie mir auf model-kartei.de. Förmlich und seriös, mit der Bitte, mir ihre Sedcard anzuschauen. Das tat ich und war davon sofort sehr angetan. Mir fiel nämlich direkt auf, dass sie natürliche und authentische Fotos bevorzugt. Sie mag es, sie selbst zu sein. Ein Wesenszug, der mich sehr beeindruckt. Denn er ist selten.

Als so langsam der Termin mit Maja im Raum stand, schlug ich diesen auch Jolina vor. Und es passte gut. Während Maja eher den Vormittag favorisierte, war Jolina der frühe Nachmittag lieber. Für mich bedeutete das wahrscheinlich sogar ein Mittagessen in Ruhe. Irgendwann zwischen 12 und 13 Uhr verabschiedete ich mich von Maja und sagte Jolina Bescheid, dass ich mich in ein Restaurant setzte und alles wie geplant laufen könne. Sie war noch in Halle bei der Familie zugange, aber im Begriff, sich auf den Weg zu machen. In der Karl-Heine-Straße in Plagwitz (mir schon von den Frühlingstanzbällen des Rot-Weiß Leipzig im Da Capo bekannt) suchte ich mir erst einen Parkplatz und dann ein Restaurant. Es war inzwischen sehr sonnig, zugleich aber auch recht windig. Ich setzte mich trotzdem beim „Cityhuhn“ in den Außenbereich.

Irgendwann war Jolina in ihrer Wohnung in Leipzig angekommen und fragte mich, welche Klamotten ich mir denn wünsche. Ich bat sie um einige Bilder ihrer Favoriten, damit ich mir was aussuchen konnte. Als ich dann schließlich mit dem Essen fertig war, machte ich mich auf zum Hauptbahnhof. Nach vielleicht zehn Minuten Fahrt stellte ich mein Auto in der Tiefgarage ab und ging in die Haupthalle. Ich war, warum auch immer, etwas früher als Jolina da. Ist ja sonst nicht mein größtes Talent. Sie fragte mich, wo sie mich denn finden könnte. Nachdem ich ihr meinen Standpunkt durchgegeben hatte, starrte ich in freudiger Erwartung auf den Vordereingang, um dann plötzlich von hinten angestupst zu werden. Da stand sie nun. Bestens gelaunt und mit einem Strahlen in den Augen. Das würde toller Nachmittag, das war jetzt schon klar.

Nächstes Ziel war die Innenstadt. Ich wollte viele Menschen um uns herum haben (bzw. um Jolina)…obwohl ich jetzt nicht der größte Menschenfreund bin. Abgesehen von einer kleinen handverlesenen Auswahl. In der Leipziger Altstadt sollte es daran aber nicht scheitern. Es war Samstag Nachmittag und bestes Wetter. Da wird gemeinhin flaniert und geshoppt, was das Zeug hält. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es den meisten doch sehr gut geht.
Ein paar Schritte in den Kern, fiel mir etwas sehr interessantes auf, was ich so bisher noch nicht genutzt hatte. Fensterlicht. Genau, Fensterlicht! Aber draußen? Normalerweise befinde ich mich IN einem Gebäude und lasse das Licht von außen auf meine Modelle fallen. Ganz wundervolle Bildwirkung. Dieses Mal ging es um das Licht der Sonne, das vom Glas reflektiert wurde. Und durch die relativ große Entfernung auch ziemlich diffus und nicht allzu hart. Und ja, auch dieses Licht erzeugt sein ganz eigenes Flair.

Ich holte also mein Zeug raus und stellte mir Jolina ins Bild. Viel sagen brauchte ich ihr nicht. Im Gegenteil. Für mich ist sie ein sehr dankbares Modell. Durch ihre bisherige Erfahrung weiß sie, worauf sie achten muss und kennt ihre eigenen Stärken und Schwächen, ist dabei aber nicht auf bestimmte Muster festgefahren. Sie bleibt natürlich und gibt mir so genug Gelegenheiten, ihre Persönlichkeit einzufangen.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr so genau, welchen Weg wir genommen haben. Ich glaube, wir liefen zuerst die Nikolaistraße hintunter und bogen dann in die Grimmaische Straße ein. An einem Flügel des Rathauses erreichten wir dessen Durchgangsbögen, bei denen es sich wieder wie bei Fensterlicht verhielt. Nur eben im herkömmlichen Sinne. Hier entstanden die nächsten Fotos von Jolina und sie war begeistert. Vor allem davon, dass es mir gelang, Bilder zu machen, auf denen sie lächelte…und sich selbst gefiel. Nächste Station war gleich einige Meter weiter der Platz am Thomaskirchhof. Viele Menschen auf einem Haufen, Reflexionen, Wind.

Von dort die Petersstraße hinunter in einen Kino-Einkaufs-Komplex, vorbei am Burgplatz und dem Dittrichring und sehr wahrscheinlich durch die Kloster- und Kleine Fleischergasse. Von der Großen Fleischergasse aus fanden wir den Eingang zu einer hübschen kleinen Passage. Von diesen beschaulichen Durchgängen, gesäumt mit Geschäften und Kleinkunstetablissements gibt es im Leipziger Zentrum so einige und machen einen Großteil seines charmanten Zaubers aus. Hier fanden Jolina und ich weitere Kulissen, die ich wegen des schönen Lichts nutzen wollte.

Über die Hainstraße hinweg kamen wir durch die nächste Passage und in einer ruhigen Ecke nutzte Jolina die Chance, in andere Klamotten zu schlüpfen und kaum, dass sie fertig war, zückte ich auch schon wieder Kamera. Das Licht war zwar schön, aber rar. Zumindest für meine doch recht in Jahre gekommene Technik. Egal, für einige wenige schöne Exemplare reichte es dennoch. Wir spazierten ein Stück am Museum der bildenden Künste vorbei zu den Höfen am Brühl und anschließend die Rochard-Wagner-Straße hinunter. Wir unterhielten uns über alles Mögliche. Darunter auch über die Liebe, Hochzeiten und nicht zuletzt natürlich über Hochzeitsfotos.

Fast unmerklich erreichten wir dabei die Leipziger Oper, an der gerade ein Beach-Volleyball-Turnier lief. Die Jungs und Mädels bruzzelten in der Sonne, drum herum ein breites Publikum. Viele hatten sich auf den Treppen nierdergelassen, andere warfen im Vorbeigehen mal den einen oder anderen Blick rüber. Auch Jolina und ich machten auf den Treppen eine kurze Pause, bevor wir das große Brunnenbecken auf dem Vorplatz unsicher machten. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir darauf kamen, aber wir entschieden uns kurzerhand, die Terrasse des MDR-Hochhauses zu besuchen. Wir wussten nur nicht, ob wir die erreichen sollten, denn der Sog im Eingangsbereich war enorm. Ich war dort schon einmal und es war auch da schon zugig. Offenbar gibt es dort baubedingt einen ziemlich heftigen Windkanal.

Und nun ja, an diesem Tag war es ja generell schon windig. Das sollten wir dann oben auch recht deutlich zu spüren bekommen. Jolina und ich genossen die Aussicht und versuchten auch die einen oder anderen Bilder zu machen, aber einfach war das natürlich nicht. Und doch sind selbst dabei coole Fotos entstanden.

Nachdem es uns dann irgendwann zu frisch wurde, ging es wieder abwärts. Wir flanierten noch ein wenig durch die Innenstadt, peilten aber auch schon so langsam wieder den Bahnhof an, weil sich Judy bereits anmeldete. Nummer drei meines Marathons. An einer Unterführung beendete ich mit Jolina unsere Fotoserie, um anschließend im Bahnhof gemeinsam beim Italiener abzusteigen. Wir hatten inzwischen ganz gut Hunger. Irgendwann kam dann auch Judy dazu und es konnte praktisch nahtlos zum nächsten Shooting übergehen.

Zu den anderen Geschichten des Fotomarathons

Leipziger Fotomarathon – Maja macht den Anfang
Fotomarathon Leipzig III – Durch die Nacht mit Judy

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