Leipziger Fotomarathon III – Durch die Nacht mit Judy

Das Abendessen gerade verspeist, haben Judy und ich uns von Jolina verabschiedet und unseren Weg in die Funkenburgstraße angetreten. Zu Fuß vielleicht 20 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt wohnt Pamela, mit der ich vor einiger Zeit eine Homestory auf die Beine gestellt hatte. Weil mir schon damals das Treppenhaus so gut gefiel , wollte ich dort gern noch einmal hin. Und mit Judy bot sich nun die passende Gelegenheit.

Es gab nur einen kleinen, aber für Fotografen nennenswerten Nachteil. Die Zeit war gegen uns. Erst kurz vor halb acht brachen wir am Bahnhof auf und waren ca. 20 Uhr bei Pamela. Und die Sonne stand tief. Entsprechend war das Tagesende in greifbarer Nähe. Das Licht eher nicht. Es hieß also, sich ein wenig zu beeilen, damit wir noch einige schöne Ergebnisse mit Fensterlicht vor Ort zaubern konnten.

Das gelang auch, doch schon nach gefühlten zwanzig Minuten stiegen wir auf die Hausbeleuchtung um. Nicht mein Traum, durch das dunkle, warme Holz, die Strukturen und den Aufbau des historischen Treppenaufgangs wirkte diese aber bei Weitem nicht so flach, wie es in vielen moderneren Gebäuden der Fall ist. So hielten Judy und ich es noch eine Zeit lang dort aus (auch weil es zwischenzeitlich regnete), bevor wir uns entschieden, uns in die Leipziger Nacht hinaus zu trauen.

Im Grunde stand nun eine ähnliche Tour wie zuvor mit Jolina an, nur dass jetzt das Tageslicht und der große Einkaufstrubel gewichen waren und wir nach besonderen Ecken in der Stimmung des Kunstlichts gesucht hatten. Und wie sollte es anders sein, wir fanden sie. Wir passierten zuerst den Richard-Wagner-Platz, den Brühl hinunter und bogen schließlich in die Nikolaistraße ein. Von dort verschwanden wir ein Stück weiter wahrscheinlich in der Strohsack-Passage. Sicher bin ich mir jedoch nicht, denn mittlerweile fällt es mir recht schwer, unseren gemeinsamen Weg quer durch die Altstadt zu rekonstruieren. Im Dunklen. Judy und ich achteten nicht so wirklich darauf, wie wir eigentlich liefen. Nur offenbar im Kreis, sodass wir nach nicht allzu langer Zeit wieder an der Ecke Brühl / Nikolaistraße rauskamen. Dieses Mal zogen wir aber an der Passage vorbei und fanden uns wenig später im Eingangsbereich eines indischen Restaurants wieder, das mir einige hübsche Hintergrundlichter präsentierte.

Ab da hüllt sich alles wieder etwas in Nebel. Bis auf die Straßenbahnhaltestelle am Augustus-Platz. Nachdem ich mit Judy die Lichtsituation kurz absteckte, entschieden wir uns jedoch, wieder weiterzuziehen. Und die Jacke zu schließen. Es wurde dann doch langsam frisch. Also wieder hinein ins Stadtzentrum, welches mittlerweile fast wie ausgestorben war. Kein Vergleich zum Nachmittag.

Auf direktem Weg gelangte ich an diesem Tag noch einmal zum Vorplatz der Thomaskirche. Nur jetzt eben mit Judy. Während ich mit Jolina den Platz nur „streifte“, hab ich Judy auf eine der Sitzbänke gesetzt. Einzelne, in den Boden eingebrachte Lichtelemente machten das Areal zum einen begehbar und boten mir zum anderen die letzten Möglichkeiten, noch einige Bilder zu schießen.

Es sollten auch die letzten bleiben. Mittlerweile war es recht spät geworden, sodass wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof machten, wo wir beide unsere Autos abgestellt hatten. Judy musste zurück in ein verschlafenes Örtchen im Erzgebirge, ich wieder nach Dresden. An der Station angekommen, waren praktisch sämtliche Geschäfte und die üblichen Zugänge zum Parkhaus verschlossen. Was man allerdings selbst in einem großstädtischen Hauptbahnhof erwarten kann. So gegen Mitternacht.

Einen Zugang gab es glücklicherweise aber noch. Quer durch die große Bahnhofshalle wurden wir schließlich am Ostende fündig. Kurzerhand die Gebühren bezahlt, habe ich mich schließlich von Judy verabschiedet, mich ins Auto gesetzt und auf den „Heimweg“ gemacht. Kurz nach 1 Uhr nachts sollte mein Fotomarathon dann über die Ziellinie gehen. Mit reichlich Fotos und Arbeit im Gepäck. Und die Freude darüber, Menschen kennengelernt zu haben, die nicht nur bildhübsch sind, sondern auch herzensgut.

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