Alex – Nicht nur Schall und Rauch

An sich fing der Tag ja gut an. Gemütlich gefrühstückt, die Sonne schien. Der Plan? Von Kiel nach Hamburg. Yvonne und ich waren mit der lieben Alex verabredet. Keine Sorge, der ging auch auf. Allerdings habe ich mal wieder meine Fahrkünste in aller Pracht zur Schau gestellt und beim Ausparken einen dicken Pflanzenkübel mitgenommen. Es kratzte einmal herzhaft am hinteren Stoßfänger. Zum Glück hatte ich kürzlich erst den letzten Kredit zum Abzahlen meines Töfftöffs abgeschlossen. Und im Gegensatz zu den Fahrzeugbanken behielt meine Hausbank den Fahrzeugbrief nicht ein. Nach über sechs Jahren habe ich den das erste Mal zu Gesicht bekommen. Und er gab mir die Freiheit, Veränderungen vorzunehmen. Wenige Wochen später rüstete ich nämlich eine günstige Einparkhilfe nach. Sie war und ist ihr Geld wert.

Nun ja, zum Glück war es nicht das erste Mal, dass das Teil einen mitbekommen hatte. Da tat mir das nicht ganz so sehr weh. Und weil es komplett aus Kunststoff gefertigt ist, konnte da auch nix wegrosten. Kurzum, ohne größere Sorgen im Hinterkopf machten Ivy und ich uns auf den Weg zu Alex in die Hansestadt. Die Fahrt lief im Großen und Ganzen sehr unkompliziert. Durch das bombastische Wetter waren die Straßen auch für einen Sonntag vergleichsweise voll, aber gut durchgekommen sind wir trotz alledem. Sogar einen Parkplatz am Botanischen Garten „Planten un Blomen“ fanden wir auf Anhieb.

Im Park selbst waren wir zuerst dann aber doch etwas orientierungslos. Ich war noch nie dort, Yvonne das letzte Mal vor einigen Jahren. Mit Alex ausgemacht war wohl ein Treffen am Gewächshaus. Hier und da ein paar Leute gefragt und einige Kurznachrichten später fanden wir uns schließlich doch. Bevor wir starteten, nutzten wir die Gelegenheit, noch einmal schnell die Toiletten aufzusuchen. Auch, damit Alex in ein hübsches Papageienkleid schlüpfen konnte. Das erforderte Geduld. Nicht, weil das Kleid kompliziert gewesen wäre, sondern weil die Warteschlange bei den Damen unendlich viel länger war als bei den Herren.

Von dort aus machten wir uns zu viert (Alex hatte ihren Freund im Gepäck) auf in den nahegelegenen Japanischen Blumengarten. Im Prinzip blieben wir die gesamte Zeit über dort. Der allein war schon recht weitläufig. Ich erinnere mich noch, dass der Fußmarsch vom Holstenwall zu den Tropengewächshäusern schon recht üppig ausfiel, doch wenn ich jetzt im Nachhinein die Karte betrachte, sehe ich, dass sich ein fast nochmal so große Areal anschließt. Im Planten un Blomen kann man also ohne Weiteres einen ganzen Tag verbringen.

Und auch bei uns vergingen die Stunden wie im Flug. Ivy und ich haben Alex abwechselnd zwischen Bäume und Blumensträucher, auf Bachbrücken und Steine gesetzt. Wir hätten sie aber auch gern ganz geteilt. Jeder eine für sich. Die Sonne erlaubte auf jeden Fall einige Schmankerl. Wieder habe ich versucht, punktuell einfallendes Licht zu nutzen. Und als Alex dann auch noch eine Zigarette herausgekramt und angezündet hatte, wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Sie war von der Idee auch direkt begeistert. Grob das Bild arrangiert, das Modell machen lassen und draufhalten. Das Ergebnis? Ein tolles Foto, das sogar einen Tag auf der Startseite der Stern View zu sehen war.

Am Eingang zum U-Bahnhof Stephansplatz machten wir die letzten Bilder und schielten bei strahlendem Sonnenschein und mittlerweile sehr warmen Temperaturen nur allzu neidisch auf die Menschen, die ein Eis in der Hand hatten. Wir wollten uns dann auch eines kaufen, doch die irrsinnig lange Schlange ließ unsere Lust darauf schlagartig wieder verebben. Stattdessen liefen wir langsam aber sicher zum Bahnhof Dammtor. Alex und ihr Freund nahmen dort direkt die nächste Bahn, Yvonne und ich aßen noch etwas. Schließlich setzte auch sie sich in den Zug zurück nach Kiel, während ich durch den halben Park zurück zu meinem Auto kam. Nächste Station: Die Familie in der Heimatstadt.

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