Assja und das große Frieren

Als ich Ende Dezember, zwischen Weihnachten und Neujahr, ein Wochenende in meiner Heimat verbrachte, waren natürlich auch wieder Shootingtermine eingeplant. Mit zwei guten Freundinnen und bei beiden ist die Verbindung das Tanzen. Was auch sonst, könnte man meinen. Assja kannte ich bereits etwas länger. Schon seit 2007 oder 2008. Kennengelernt haben wir uns über Freunde, die alle, ebenso wie wir, recht regelmäßig an Tanzabenden teilnahmen. Nicht selten folgte darauf noch ein kollektives gemeinsames Essen im benachbarten Restaurant.
Nicola wiederum kenne ich seit vielleicht einem Jahr über meinen damaligen Tanzsportverein, zu dem ich noch heute Verbindungen habe. Dazu aber mehr in ihrem eigenen Beitrag.

Assja ist schon damals nicht so einfach meinem Blick entgangen. Gut gebaut, hübsches Gesicht, feuerrote Haare. Allerdings ziemlich genauso groß wie ich. Also eine Frau, die auf High Heels stehend über mich hinweg sehen könnte. Eine Situation mit ihr, die mir lebhaft im Gedächtnis blieb, fand während einer großen Geburtstagsfeier in einer Tanzschule statt. Ich glaube, sie war damals etwa 18 Jahre alt und in einem schwarzen Minikleid mit schwarzen Strumpfhosen unterwegs. Sie lief über die Fläche rüber zu einer Freundin, um etwas zu besprechen. Just in dem Augenblick, in dem sie sich etwas zur Freundin vorbeugte, sah ich noch zwei andere Köpfe sich vorbeugen und strecken. Zwei Jungs, schätzungweise 15-16 Jahre alt, waren von der reizenden Rückansicht Assjas offenbar sehr angetan. Ich hatte Verständnis.^^

Letztes Jahr, Assja hatte inzwischen ihren Weg in meine FB-Freundesliste gefunden, postete Sie ein Foto von einer Frau mit schwarzer Kleidung des 18. Jahrhunderts, zwei Dobermännern und das Ganze im Schnee. Ein gut gemachtes Foto. Sie fand es so toll, dass sie ein solches selbst gern einmal umsetzen möchte.
Da ich nicht das erste Mal darüber nachdachte, mit Assja zu arbeiten, bot ich ihr kurzerhand an, mal ein erstes Shooting zu machen, damit sie ein wenig Referenzmaterial hat, um sich bei passenden Fotografen für eine solche Inszenierung zu bewerben. Auch oder gerade weil ich in ihr eine tolle Möglichkeit sah, mein eigenes Portfolio zu bereichern.

Und vorab: Ich hatte recht!
Wir verabredeten uns verhältnismäßig zeitig. Was mir jedoch bis kurz zuvor fehlte, war der geeignete Ort. Eine Weile flog ich mit meinen Augen über die Karte von Google Maps, bis mir etwas auffiel, das mir passend erschien. Wo ich übrigens in all den Jahren nie war. Das Tempelhofer Feld.
Zwar gibt es im Gebäudekomplex eine Tanzschule, die ich ab und zu besucht hatte, bis auf das eigentliche Flughafengelände kam ich jedoch nicht.

Da aber Assja und ich diese Tanzschule beide kennen, bot es sich an, dass wir uns dort zuerst treffen, um uns, bei dem doch sehr großen Areal, nicht zu verpassen. Wir ahnten nur leider nicht, dass der nächste Zugang zum Feld dann doch noch so einige Gehwegmeter entfernt lag.
Zum Glück hatten wir für die Jahreszeit wirklich angenehmes Wetter. Schönster Sonnenschein, der weich durch einige wenige Wolkenbänder fiel. Es war eben nur sehr frisch. Wirklich sehr frisch. Etwas ziellos liefen wir über das Feld. Waren ja das erste Mal dort. Aber schon beim Laufen kamen mir die einen oder anderen Ideen.

Den ersten Halt machten wir in der Nähe eines eingezäunten Flugzeuges, das als Sehenswürdigkeit übrig geblieben war. Ich fing leicht an und stellte Assja erstmal mit der Sonne im Rücken an den Maschendraht. Ziemlich schnell wurde klar, dass ich mit ihr einen tollen Fang gemacht hatte. Sie hatte eine unglaublich positive, natürliche Ausstrahlung und war präsent, ohne dass ich viel sagen musste. Ich konnte mich praktisch voll darauf konzentrieren, die Bilder zu gestalten.

Wir arbeiteten uns durch diverse Bäume, Gebüsche und Klamottenwechsel…ja, ich weiß, wie sich das jetzt anhört ;o) …, um schließlich noch einige Bilder an einer Landebahn zu machen. Eigentlich hatte ich auch vor, Fotos von Assja in langem Kleid mitten AUF einer Landebahn zu machen. Der Tiefeneffekt wäre sicher ganz toll ausgefallen. Ich brach jedoch ab, denn die Sonne war weitgehend weg, dafür gesellte sich ein eisiger Zug hinzu und sie war mittlerweile so durchgefroren, dass es ab da kein schönes Ergebnis mehr gegeben hätte.

Ich half ihr, sich wieder etwas warmes anzuziehen, denn ihre Finger waren inzwischen praktisch taub. Dann zügigst zu den Autos. Und jetzt, kalt wie uns war, merkten wir schließlich, wie weit der Weg dorthin war. Eine Kleinigkeit gab es noch zu regeln. Den Vertrag. Dummerweise waren die Finger noch immer so mitgenommen, dass für Assja noch nicht wirklich möglich war, irgendwas zu schreiben. Mir erging es da besser und ließ mir ihre Daten diktieren. Es musste nur noch irgendwie für die Unterschrift reichen. Tat es dann auch.

Sie zog los, um noch einige Besorgungen zu machen und ich, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr genau, was ich anschließend gemacht hatte. War wohl zu angetan von den Bildern.

00

Sag was dazu!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.