Mit Aileen wird’s heiß!

Zumindest farblich. 😉

Aileen ist eine junge Frau, die mir vor einigen Wochen auf einer einschlägigen Plattform für Modelle, Fotografen und Visagisten auffiel, als sie sich frisch dort anmeldete und in meinem „Radar“ erschien.
Sympathisches Auftreten und auf der Suche nach TFP-Shootings, bei denen Natürlichkeit im Vordergrund steht. Da fühlte ich mich, oh Wunder, sofort angesprochen und schrieb dem „Feuerkopf“, wie sie sich ihrer tiefroten Haare wegen nannte, eine Nachricht.

Sie musste wohl von meiner Arbeit angetan gewesen sein, denn recht bald bekam ich eine Antwort. Aileen meinte, sie könne sich sehr gut ein Herbstshooting mit mir vorstellen. Und klar, die Jahreszeit sowie oben drein ihre Haarfarbe boten sich dafür natürlich an.

Wir hielten erstmal einen groben Zeitrum für die Planung fest und ca. eine Woche vorher machten wir schließlich einen Termin fix. Bis dahin lief alles prächtig. Auch am selben Tag noch, als ich mich darauf vorbereitete. Den entscheidenden Fehler machte ich erst auf dem Weg.

Ich entschied mich nämlich, gegen halb drei nachmittags (Aileen und ich waren 15 Uhr verabredet) die Königsbrücker Straße stadteinwärts zu nehmen. Verabredet waren wir am Waldpark in Blasewitz/Striesen. Der Plan sah also vor, über die Stauffenbergallee und die Waldschlösschenbrücke zu fahren. Nun, leider ist die Königsbrücker immer für eine Überraschung gut. Schon oben an der Hellersiedlung, kurz vorm Industriegelände war Schluss. Da ich an meinen Schleichweg keinen Gedanken verlor, saß ich erst einmal fest. Und das zu Beginn des Berufsverkehrs.

Ich schrieb ihr daraufhin eine Nachricht, dass sie sich nicht beeilen müsse. Prompt bekam ich die Antwort, dass sie es auch nicht ganz pünktlich schafft. Das trifft sich doch blendend, dachte ich mir.
Dass ich jedoch innerhalb von 20 Minuten gerade einmal 300 Meter schaffen sollte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Ein kleines Stück weiter entschied ich mich schließlich, den Kessel an der erstmöglich Stelle zu verlassen und zum Schleichweg zurück zu fahren. Sehr viel schneller ging es dort aber leider auch nicht mehr und nachdem ich mit reichlich Geduld und Spucke den Stau überwunden hatte, offenbarte sich auch einer der Gründe.
An der Kreuzung zur Stauffenbergallee wurde die jüngst gebaute Straße ein weiteres Mal aufgerissen, wodurch ein Nadelöhr entstand. Vermutlich gab es überdies noch einen größeren Unfall. Wenn es kommt, dann dicke.

Gut eine dreiviertel Stunde später als geplant (die Strecke als solche ist in 15 Minuten zu machen) schaffte ich es dann endlich zum Treffpunkt. Aileen zeigte sich glücklicherweise sehr locker und verständnisvoll. Wir verloren trotzdem keine Zeit und machten uns auf den Weg. Es war ohnehin sehr trübes Wetter und die Sonnenuntergangszeit war die Tage gegen halb/um fünf veranschlagt. Tageslicht hatten wir also so gut wie keines mehr.

Und genau das war auch die tatsächliche Herausforderung. Für Aileen war es gerade einmal das zweite Shooting. Die Situation als solche war noch neu für sie. Das bedurfte also auch einer gewissen Warmwerdzeit. Und die kann von Modell zu Modell unterschiedlich ausfallen. Von einigen Minuten bis hin zu einer Stunde. Und auch ich musste mich schneller als gewohnt reinfinden.

Bevor die Dunkelheit eintrat, wuselten wir unter anderem am Zaun eines anliegenden Sportplatzes herum, der mir noch ein kleines Licht-Schatten-Spiel erlaubte und machten es uns weniger später auf einer Parkbank gemütlich.
Um es nicht bei dieser vergleichsweise kleinen Ausbeute belassen zu müssen, suchten wir uns in der Nähe noch einiges an Kunstlicht. Ein nahegelegenes Haus brachte keine Erleuchtung, dafür aber Straßenlaternen und vorbei fahrende Autos. Eine gute Idee, wie sich herausstellte.

Schließlich entschieden Aileen und ich uns, noch kurz rüber zur Loschwitzer Brücke (besser bekannt als „Blaues Wunder“) zu fahren und unser Shooting dort zum Abschluss zu bringen. Als wir schließlich an der Haltestelle des Schillerplatzes ankamen, bemerkte sie noch, dass es ja erst um sechs sei. Da hätte sie ja tatsächlich noch Zeit für die Wäsche.
Ja, mir kam es auch wesentlich später vor, als es tatsächlich war. Ich zum Beispiel konnte mich noch gemütlich um den Einkauf kümmern.

So ist das mit dem Herbst. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Nass, kalt, trüb. Ungemütlich. Und doch ist es möglich, wundervoll warme Fotos zu produzieren. Den Beweis haben Aileen und ich erbracht.

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