A walk through the park with Isabel

2009. Ich wartete auf mein neues Auto. Den kleinen roten Ford Fiesta, den ich noch heute fahre. Doch der kam erstmal nicht und obendrein ging mein Händler pleite. Dabei wollte ich doch ein paar Tage Urlaub mit meinem Flitzer machen. Nun, es kam wohl nicht mehr drauf an, sonst hätte mein Verkäufer nicht kurzerhand vorgeschlagen, dass ich eine verlängerte Probefahrt mit einem der Vorführwagen mache.
Ziel war: Deutschland. Eine kleine Rundreise. Eines der Etappenziele dabei war Düsseldorf. Soweit ich mich entsinne, war es mein erster Besuch.
Später sollten noch weitere folgen. Unter anderem, um Turniere zu tanzen.

Einige Jahre später, inzwischen war es September 2014, war ich wieder dort. Neben dem Tanzsporttraining wollte ich nur ungern auf die Fotografie verzichten und weil ich zu diesem Zeitpunkt mächtig auf die Portraitfotografie eingeschossen war, habe ich mir im Vorfeld ein Modell dafür gesucht. Recht bald fand sich Isabel. Selbst erst vor Kurzem nach Düsseldorf gezogen, wollte sie ihre Urlaubswoche voll ausnutzen, um Konzerte zu besuchen, Arzttermine wahrzunehmen und natürlich auch, um vor der Kamera zu stehen.

Es war also ein lauer Morgen im Spätsommer. Die Sonne hatte gerade ihren Weg am Horizont vorbei gen Himmel genommen und Isabel und ich trafen uns unweit des Schlossparks Benrath. Das Licht war herrlich. Leichter Dunst und tief stehende Sonne. Doch statt die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, entschied ich mich, mit Isabel zusammen den Park zu erkunden. Also vorbei am Schloss zum großen Weiher.
Dieser wurde zu Großteilen durch Bauzäune gesäumt. In die eigentlichen Waldstücke kamen wir also nicht. Erst vor einigen Wochen wütete in Düsseldorf ein mächtiger Sturm, mit dem die Stadt und ihre Baufirmen noch heute gut zu tun haben. Bäume brachen, Dächer wurden abgedeckt, Balkone verloren ihre Geländer. Der Schaden war gewaltig.

Doch es gab auch genügend Areale, in den wir uns austoben konnten. Insbesondere am Rande des Parks suchten wir uns mehr oder weniger ruhige Ecken. Interessant war zum Beispiel das Licht, das in dicht bewachsenen Bereichen durch die Blätter fiel.
Später schlenderte ich noch mit Isabel durch den Garten der Orangerie, wo ich im Blumenmeer ein wenig mit der Vordergrundunschärfe experimentierte. Gerade das Einbinden meiner Modelle in ihre Umgebung (also mehr als nur Kopfportraits) ist ein Thema, das ich weiter ausbauen möchte. Oft beschränke ich mich noch auf Kopf und Oberkörper, dabei hat die Umgebung oft großen Reiz, um kleine bildhafte Geschichten zu erzählen.

Als die Zeit langsam ran war und wir terminbedingt ein Ende finden mussten, haben wir noch am Fuße des Schlosses einige letzte Bilder auf den Treppen gemacht. Der Dunst war mittlerweile gewichen und ich ärgere mich noch heute, dass ich die Gelegenheit nicht ausgenutzt habe. Für’s nächste Mal wird mir das eine Lehre sein.

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