Lena – Neu in der Neustadt

Es ist schon eine andere Welt. Eine, die sich nicht in den Rest einreiht. Sie ist expressiv. Hier sind eigene Gedanken und Kontroversen noch erlaubt. Man sieht sie an jeder Ecke. Mit Permanentfilzstiften geschrieben, als Sticker oder Flugblatt geklebt und mitunter auch gesprochen. Die Menschen sind größtenteils jung. Freigeister, die noch nicht eingefahren sind und den Rest der Welt aktiv verändern wollen. Alternativ, impulsiv, kommunikativ. Manchmal aggressiv, aber ganz sicher nicht konservativ.
So ist sie, die Bunte Republik. Die Neustadt. Und das nicht nur zur alljährlichen gleichnamigen Veranstaltung, die im Juni über drei Tage abgehalten wird.

In diese Welt tauchte ich mit Lena ein Stück weit ein. Vor wenigen Monaten fürs Studium nach Dresden gezogen, war die Neustadt auch für sie neu.
Unsere kleine Reise begann am Bischofsweg und führte zuerst in die Alaunstraße. Da sich das Leben dort in den Straßen, auf den Hinterhöfen und in den vielen Cafés abspielt, dauerte es natürlich nicht lang, bis wir auf für uns eher ungewöhnliche Leute stießen. Einige rangen uns Kopfschütteln, andere ein kleines Grinsen ab.

Auf der Suche nach den passenden Hintergründen und ansprechendem Licht, machten wir unseren ersten Halt in der Kunsthofpassage. Anfangs noch etwas unbeholfen, es war Lenas erstes Shooting, gewöhnte sie sich recht bald an die Situation. Sie war aber auch überrascht, welche Kulissen sich ein Fotograf mitunter für seine Bilder aussucht. Mein Schlag sieht die Welt eben ein wenig anders. Auch die der Neustadt.

Von dort schlenderten wir recht bald in Richtung Louisenstraße, wo ich nebenbei eine liebe Bekannte traf und begaben uns zum wohl bekanntesten Eck des Stadtviertels. Louisenstraße, Ecke Görlitzer Straße. Zuletzt war diese Ecke noch in den Schlagzeilen, denn es war diesen Sommer wohl Gang und Gebe, in größeren Ansammlungen auf den Gehwegen und Straßen zu sitzen. Einfach nur zum Reden und Trinken. Teils jedoch zum Leidwesen des öffentlichen Nahverkehrs.

Halt machten Lena und ich dort aber nicht, sondern liefen die Görlitzer hinunter. Neben einer kleinen Niederschrift, die ich nicht unbeachtet lassen wollte, erschien mir zudem ein Zufahrtstor recht interessant.
Zu guter Letzt wollte ich noch einmal zurück zur Kunsthofpassage, weil ich zu Beginn des Shootingstages dort noch ein ansprechendes Treppenhaus gefunden hatte. Weit war der Weg glücklicherweise nicht, denn die Kunsthofpassage verbindet, quer durch die Wohnhäuser, die Alaunstraße mit der Görlitzer.

Wir sind nur ein kleines, aber doch recht abwechslungsreiches Areal abgelaufen. Und doch hat die Neustadt noch einiges mehr zu zeigen. Vor allem Lokale. Eines liebenswerter als das andere und schon deshalb einen Besuch wert. Ebenso die vielen kleinen Geschäfte. Viele davon mit Nischenprodukten, Handgemachtem, Exotischem. Für den nächsten Freitag oder Samstag Abend ruhig mal die Neustadt einplanen. Es lohnt sich.

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