Available Light

Immer diese Anglizismen. Aber „Verfügbares Licht“ klingt nunmal nicht ganz so toll wie Available Light. Damit ist im Grunde aber auch schon das wichtigste Merkmal dieser Sparte genannt. Während der Studiofotograf fast ausschließlich auf spezielle Lichttechnik zurückgreift, nutzt der AL-Fotograf das Licht, das ihm die Umgebung bietet.

Blitz oder nicht Blitz – Das ist hier die Frage

Eine Frage, die sich für den typischen Studiofotografen nicht wirklich stellt. Er befindet sich mit seinen Modellen oder Objekten für gewöhnlich in einem abgedunkelten Raum, sodass ihm, bis auf spezielle Dauerlichtlampen, nicht wirklich eine Alternative bleibt. Das heißt jetzt aber nicht, dass er damit die schlechteren Karten hat. Einen großen Vorteil haben Studioblitze nämlich: Sie lassen sich sehr gezielt einsetzen. Sowohl in ihrer Richtung, als auch in ihrer Interensität und Form. So ist es dem Fotografen möglich, eine ganz eigene Lichtsituation zu konstruieren und damit ein Bild zu kreieren. Dabei kann er es bei einer Lichtquelle belassen, mit mehreren für eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgen oder stattdessen zusätzliche Akzente und Konturen setzen. Auch punktuell.

Das bedeutet natürlich einen vergleichsweise hohen Aufwand, der meist die Folge einer von längerer Hand geplanten Idee ist. Eine Idee, für die nichts dem Zufall überlassen wird und die somit ein gewisses Maß an Perfektion zum Ziel hat. Besonders wichtig ist diese Herangehensweise in der Werbebranche. Fashionfotos, Produktaufnahmen, Bewerbungsbilder und viele andere.

Einhänder

Einhänder

Marcus

Marcus

Samira

Samira

Katrin

Katrin

Produkt

Produkt

Produkt

Produkt

Das Besondere an Available Light

Im Grunde ist es also möglich, mit künstlichem Licht und reichlich Requisiten ganze Situationen, ja ganze Welten komplett aus dem Nichts zu bewerkstelligen. Warum sollte man also rausgehen, wenn man das Wunschbild auch basteln kann?
Nun, für mich liegt der Reiz in vielen Dingen. Vor allem aber im Unbekannten. In den Überraschungen, die uns unsere Umwelt bietet. Zwar kann man die grundsätzliche Bildidee und die Lokalität vorher festlegen, aber etwas Neues zu entdecken gibt es dann doch immer wieder.
Wenn ich mit einem Modell unterwegs bin, dann flanieren wir meist durch einen großen Park, ein Einkaufszentrum oder einfach nur durch die Stadt. Ohne bestimmtes Ziel und wenn, dann spontan festgelegt. Dabei fallen mir immer wieder neue Details auf. Diese können ein toll strukturierter Hintergrund sein, eine besondere Lichtsituation, eine auffällige Farbe oder Farbkombination oder auch das Zusammenspiel diverser Objekte, die bei geeigneter Bildkomposition und Schärfentiefe in ganz eigener Weise harmonieren.

Felix & Nina

Felix & Nina

Ernst

Ernst

mariann bánki

Mariann

Der zweite ganz große Antrieb ist die Herausforderung

Diese Herangehensweise bringt naturgemäß einige Schwierigkeiten mit sich, da es gilt, sich den ständig wechselnden Bedingungen anzupassen, anstatt diesen den eigenen Vorstellungen. Bei Available Light muss jedes Mal neu überlegt werden, wie das Bild aufgebaut wird. Wie das Licht zum Tragen kommen soll. Denn dreht man sein Modell an einer Stelle unterschiedlich ins Licht, ändert sich dabei unweigerlich der Hintergrund und damit ggf. der ganze Kontext des Bildes. Die Wahl der Kameraeinstellungen muss bedacht werden. Einerseits, um das Foto korrekt zu belichten, andererseits um Effekte (z.B. bezüglich Schärfentiefe) zu erreichen. Ein weiterer Aspekt ist die Stimmung, die erhalten bleiben soll und mit ihr eine dicke Portion Authentizität. Scheinwerferlicht, Abendlicht oder der Lichteinfall durch Fenster, Bäume und andere Öffnungen. Besonders wichtig ist ebenfalls die Aufmerksamkeit. Sowohl beim Finden der ansprechenden, als auch bei der Vermeidung unschöner Details. Denn kaum etwas ist ärgerlicher, als nach Hause zu kommen und am großen Bildschirm Einzelheiten festzustellen, die nicht hätten sein müssen. Im Regelfall lässt sich die Situation, die vorherrschte, nicht 1:1 wiederholen.

Ksenia

Ksenia

Antje

Antje

Daniela

Daniela

Rami

Rami

Bene & Claudia

Bene & Claudia

Ben & Josefin

Ben & Josefin

Alina

Alina

Die Ideen kommen meist von allein

Der dritte und letzte große Anreiz ist der Spielraum. Genauer gesagt der Spielraum für Ideen. Ständig ändert sich bei einem Available Light-Shooting die Umgebung. Die Hintergründe sind vielfältig und abwechslungsreich, Passanten oder auch Tiere bewegen sich in mögliche Bildauschnitte und geben ihm die besondere Note (oder bewirken das Gegenteil). Ein weiterer Faktor sind Uhr- und Jahreszeiten, durch die sich die Licht- und Farbsituation mal mehr, mal weniger schnell verändert. So kann ein und derselbe Ort bei Sonnenschein vollkommen anders wirken, als bei einem bedeckten Himmel und wieder eine andere Stimmung kommt bei Sonnenauf- und untergang oder Nacht auf.

Nelly

Nelly

Nelly

Nelly

Luisa

Luisa

Katrin

Katrin

Felix & Nina

Felix & Nina


Verena

Verena

Available Light ist also eine ziemlich spannende, sich stets verändernde Angelegenheit. Jedes Mal fordert es meine Kreativität, bringt mich zum Nachdenken. Etwas, worauf den ich nur sehr ungern verzichten möchte.

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