Ansprechende Interieur-Fotografie – Ein Leitfaden (Teil 4)

Es herrscht die weit verbreitete Meinung, in meinem Job sei es mit Hinstellen und Knipsen getan. Doch Schritt vier ist mit Abstand der aufwändigste und mit den folgenden Ausführungen wird klar, warum es das nicht ist.

Es geht um die Gestaltung des Fotos. Licht ist geklärt. Perspektive ist geklärt. Damit einhergehend auch der Bildausschnitt. Haben wir bei der Wahl der Perspektive grundsätzliche Regeln wie beispielsweise Symmetrie oder den „Goldenen Schnitt“ beherzigt, so geht es nun daran, die Objekte passend zu arrangieren. Genauso, wie Modelle für Mode-Aufnahmen geschminkt und frisiert werden müssen, so muss in der Interieurfotografie das einzelne Bild sorgfältig vorbereitet werden. Zur kreativen Gestaltung gesellt sich nun auch körperliches Handwerk.

Damit ein Foto keinen chaotischen Eindruck hinterlässt, müssen störende Elemente entfernt oder anders angeordnet werden. Einige können sogar hinzugefügt werden. Damit so manche Gegenstände ins Bild passen, sollten sie also verschoben werden. Das geht nicht selten so weit, dass diese beim Blick durch den Sucher, auf das Display oder, wenn die Technik es zulässt, direkt auf einen Laptopbildschirm zwar gut aussehen, real aber völlig unmöglich stehen. Das macht jedoch nichts. Schließlich bereiten wir eine gute Aufnahme vor und können anschließend wieder alles dort hinräumen, wo es hingehört.

So werden auch Möbelstücke hin- und hergerückt. Immer wieder der Kontrollgang zur Kamera, damit die Flucht einer Reihe von Tischen und deren Dekoration stimmt oder die Positionen von Stühlen, Sesseln, Kopfkissen und anderen Accessoires einen ordentlichen Anblick hinterlassen. Hier handelt es sich um echte Feinarbeit, die mit einer gewissen Detailverliebtheit verbunden sein sollte. Und je größer der Raum, je üppiger die Ausstattung (Bankettbestuhlungen z.B.), desto länger dauert dieser Vorgang natürlich. Mitunter bis zu zwei Stunden allein für das Arrangement einer einzelnen Aufnahme.

Zum 3. Teil des Leitfadens

Zum 5. Teil des Leitfadens

 

 

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