Ansprechende Interieur-Fotografie – Ein Leitfaden (Teil 3)

Kommen wir nun zu den Einstellungen an der Kamera. Vorab ein kurzer Hinweis: Die folgend verwendeten Begriffe, so sie denn neu sind, finden Sie in jedem Fall in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera (ein sehr mächtiges Buch, das sich zu lesen lohnt!), wobei ich ein Spiegelreflexmodell mit Wechselobjektiven voraussetze. Sie verfügen darüber hinaus über eine adäquate Software (Photoshop, PS Elements, Lightroom, GIMP u.a. – Mit „MS Paint“ werden Sie allerdings nicht weit kommen) und nehmen im Rohdatenformat (RAW) auf.

Zuerst empfiehlt es sich, eine möglichst niedrige ISO-Empfindlichkeit zu wählen, um ein allzu großes Bildrauschen, insbesondere in den dunklen Bildbereichen, zu unterbinden. Außerdem trägt es dazu bei, mehr Details im Bild zu erhalten. Ich gehe an dieser Stelle von ISO 100 aus. Hinzu kommt eine Blendeneinstellung von f/8. Da Weitwinkelobjektive von Natur aus eine hohe Schärfentiefe (nicht Tiefenschärfe) mitbringen, ist es daher kaum notwendig, die kleinstmögliche Blende zu wählen. Der Fokus wird auf „unendlich“ gesetzt. Bei normal ausgeleuchteten Innenräumen sollte nun eine Verschlusszeit von einer halben Sekunde (plus minus) die Folge sein. Sie kann gern länger ausfallen, doch wesentlich kürzer als 1/30 Sekunde sollte vermieden werden, da sonst das Licht der Lampen und dessen Stimmung nicht mehr zur Geltung kommt.

Da meine Kamera einen verhältnismäßig hohen Dynamikumfang erfassen kann, entscheide ich mich häufig für die Verschlussautomatik (Av), bei der ich die Blende fixiere und der Kamera die Entscheidung über die Belichtungszeit überlasse. Vorausgesetzt, der Belichtungssensor ist nicht direkt auf ein Tageslichtfenster gerichtet. Dabei nutze ich eine Belichtungskorrektur von -1 Blende. Zwar wird das Foto so erst einmal unterbelichtet, doch findet sich in den dunkleren Bereichen oft mehr Zeichnung wieder, die sich später per Software herausarbeiten lassen. Überbelichtete Bereiche sind häufig unwiederbringlich „ausgefressen“ und enthalten keine Bildinformationen mehr.

Bei einem besonders großen Hell-Dunkel-Unterschied sind diesem Vorgehen jedoch Grenzen gesetzt. Dann wäre es sinnvoller, eine Belichtungsreihe mit einem Umfang von mindestens vier Blendenstufen anzufertigen und später die sogenannte HDR-Technik anzuwenden.

Zum 2. Teil des Leitfadens

Zum 4. Teil des Leitfadens

 

 

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