Ansprechende Interieur-Fotografie – Ein Leitfaden (Teil 1)

Bei Innenraumaufnahmen ist, oft mehr als an anderer Stelle, das Licht der Schlüssel zum Erfolg.

Bevor es also losgeht, ist es ratsam, jedes Licht im Raum einzuschalten. Es hilft, Tiefe zu erzeugen, Farben herauszustellen und nicht zuletzt Akzente zu setzen. Anschließend kann man sich Gedanken darüber machen, ob zusätzliches Licht Anwendung finden soll oder nicht.

Abhängig davon, was für einen Raum ich vorfinde, entscheide ich, ob ich es beim natürlichen Licht , dem „available light“ belasse, oder ob ich Blitzlichter zu Hilfe nehme, um für ausreichend Ausleuchtung und / oder Highlights zu sorgen.

Das Licht sollte das Auge des Betrachters auf das Wesentliche lenken. Nun ziehen allerdings auch große weiße Flächen den Blick auf sich. Dies geschieht z.B. häufig bei Fenstern, die „ausgebrannt“ sind. Das begründet sich darin, dass die meisten aktuellen Digitalkameras den hohen Hell-Dunkel-Unterschied, der zwischen dem Innenraum und dem Tageslicht außen herrscht, nicht erfassen können. So gibt es häufig zwei Varianten. Entweder ist der Raum gut ausgeleuchtet, dafür die Fenster weiß oder umgekehrt, der Blick nach außen wird möglich, jedoch ist das Interieur duster.

Es bleiben zwei Alternativen. Den Blick nach außen zu vermeiden und die Fenster nicht direkt in die Perspektive mit einzubeziehen oder sich eines technischen Hilfsmittels zu bedienen.
Ich persönlich bevorzuge die zweite Möglichkeit.

Je nach Kundenwunsch und -anspruch fällt für mich zudem die Entscheidung, wie realistisch eine Aufnahme sein soll. Nicht immer geht es darum, die bloße Realität im Licht abzubilden, sondern vielmehr darum, ein Image zu erzeugen. Wichtig ist dabei nur eines: Auch wenn sie ein wenig „mogeln“, es sollte nicht allzu sehr auffallen.

Zum 2. Teil des Leitfadens

 

20

2 comments on "Ansprechende Interieur-Fotografie – Ein Leitfaden (Teil 1)"

  1. Hallo Martin,
    kannst du auch mal ein paar zeitliche Rahmendaten liefern? Wie lange benötigst du zum Herrichten des Raumes und wie lange benötigst du zum Nachbearbeiten bei Möglichkeit 2?

  2. Martin Schlichting on

    Bis ein solches Foto endgültig im Kasten ist, vergehen etwa 1 1/2 Stunden. Wie genau die ganze Vorbereitung einer Aufnahme abläuft, erkläre ich im 4. bis 6. Teil. Das Nachbearbeiten bei Möglichkeit 2 beläuft sich mit allen Feinheiten auf eine durchschnittlich weitere Stunde, wobei ich im Sinne der Qualitätskontrolle und -sicherung an mindestens zwei unterschiedlichen Tagen drauf schaue und ggf. nachbessere. Mitunter fallen einige Unstimmigkeiten erst mit einem gewissen Abstand auf. Ich bin dahingehend mein eigener zweiter Mitarbeiter, der das Vier-Augen-Prinzip aufgreift.

Sag was dazu!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.