Schnipp schnapp

Eine der mit Abstand wichtigesten Arbeitstechniken für die Gestaltung einer Fotografie ist der Schnitt. Oft wird das gewählte Motiv bei Schnappschüssen in die Mitte gerückt. Bei einfachen Partybildern mag das genügen und in einigen Fällen bietet das Motiv selbst diese Herangehensweise an. Soll eine Aufnahme jedoch spannender und harmonischer werden oder das Hauptobjekt eine bestimmte Rolle im Foto einnehmen, dann lohnt es sich, ein paar Gedanken an den Bildaufbau zu verschwenden. Wie viel Raum innerhalb der Aufnahme soll das Motiv einnehmen? Soll es über allem stehen oder soll es bewusst verloren wirken? Soll zum Hauptmotiv noch ein weiteres Objekt kommen, das in einer definierten Spannung dazu steht? Diese und viele weitere Fragen sollte man sich, möglichst noch vor dem Druck auf den Auslöser stellen. Eine der bedeutsamsten Techniken ist hier der „Goldene Schnitt“ oder dessen kleine Schwester, die Drittel-Regel. Unterteilen wir also ein Bild, vorerst der Länge nach, so gilt dem Goldenen Schnitt zufolge, dass die größere Teilstrecke (A) 1,618 mal länger ist, als die kleinere (B) und die Gesamtlänge des Fotos 1,618 mal größer ist, als der längere Einzelabschnitt. Etwas anschaulicher wird es anhand dieser Rechnung: 1,618 = A / B = (A + B) / A … Dies entspricht etwa einem Verhältnis von 60:40.
Bei der Drittelregel, die ebenfalls sowohl für Spannung, als auch Harmonie sorgt, gilt ein Verhältnis von 2:1. Berücksichtigt man diese Elemente bei der Bildgestaltung, so ist es kaum mehr möglich, ein „schlechtes“ Foto zu machen. Warum?
Weil der größte Teil der Fotografie aus konzeptioneller Gestaltung, der zweitgrößte aus Technik besteht. Intuition und künstlerischer Einfluss kommen an letzter Stelle. Letztgenannte unterscheiden am Ende zwischen einem guten, sehr guten und einem hervorragenden Fotografen.

Bei der folgenden Galerie habe ich bewusst auf Farbfotos verzichtet, um die Aufmerksamkeit besonders auf den Bildaufbau zu lenken.

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