Es darf gestürzt werden

Okay, jetzt im Winter bei glatten Wegen und Straßen klingt das etwas gemein. Gut, dass sich dieser Beitrag um Architekturfotografie dreht. Denn in dieser sind Weitwinkelobjektive unerlässlich. Es gilt häufig, ganze Gebäude oder Großteile davon aufs Bild zu bringen, ohne sich dabei sehr weit vom Haus entfernen zu können, damit sich beispielsweise keine Personen, Straßenlampen, Autos oder sonstige Störenfriede in den Vordergrund schieben. Ein echter Segen. Zum Fluch können sie jedoch werden, wenn man aus extrem geringer Entfernung fotografieren muss. Dann sind auch dem Weitwinkel Grenzen gesetzt. Es ist nicht mehr möglich, den gewünschten Bildausschnitt zu erhalten, ohne die Kamera nach oben zu schwenken. Allerdings tritt dann das Phänomen der „stürzenden Linien“ auf. Dies geschieht, weil die optische Achse der Kamera nicht mehr im rechten Winkel auf die Hausfassade trifft. Was nun? Eine Alternative wäre ein sogenanntes Tilt- & Shift-Objektiv. Ein echter Spezialist, der es ermöglicht, die optische Achse durch Verschieben einzelner Linsenelemente zu erhalten. Gepaart mit einer sehr hohen Abbildungsleistung, ist ein solches jedoch auch sehr teuer, sodass sich die Investion nicht für jeden lohnt.
Die andere Alternative wäre es, das auftretende Problem zu einer Herausforderung werden zu lassen und es kreativ zu nutzen. Mit einer durchdachten Perspektive lässt sich so ein Haus oder Objekt durch gezielt eingesetzte Fluchten größer, länger und dynamischer darstellen. Und damit interessanter.

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2 comments on "Es darf gestürzt werden"

  1. Danke! Tolle Fotos. Auch die Fotos bei Portfolio Architektur(Hotelinnenaufnahmen)sind „Erste Sahne“. Bestimmt HDR, oder?

    Viele Grüße aus Görlitz, Frank

  2. Martin Schlichting on

    Danke schön für das Kompliment! Ja, bei den meisten Architekturfotos wende ich die HDR-Technik an, jedoch nicht bei allen.

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